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Eine starke Familie – trotz MS

Für die Enkelinnen und Enkel von Familie Wewer ist es normal, dass Opa im Rollstuhl sitzt und auch sonst etwas anders ist.

Angelika Wewer berichtet, wie sich die Multiple Sklerose bei ihrem Mann und auf die ganze Familie auswirkte. Sie schildert das Leben mit MS und der MS-Gesellschaft (DMSG Schleswig-Holstein) aus der Sicht einer „Mitbetroffenen“:

„Als bei meinem Mann die ersten Symptome auftraten, war ich 26 Jahre alt und mit unserem dritten Kind schwanger, wir waren auch erst seit gut drei Jahren verheiratet, hatten uns eine neue Existenz aufgebaut und keine Zeit uns um so ein „Zipperlein“ wie das „rechte Bein nachziehen“ zu kümmern. Das würde schon wieder vergehen.
Welch ein Irrtum das sein sollte, bekamen wir binnen einiger Monate mit voller Wucht zu spüren. Im März 1984 stand die Diagnose fest: Encephalomyeliti disseminata. Was das für unser Leben bedeuten würde sollten wir noch lernen.“

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Mut durch DMSG-Selbsthilfegruppe

„Hierbei haben wir in all den Jahren immer die Unterstützung der DMSG Schleswig-Holstein erfahren. Die Zugehörigkeit in einer Selbsthilfe gab uns immer wieder Kraft und Mut.
Vermeintliche Freunde hatten sich zurückgezogen und seinen Beruf musste mein Mann auch aufgeben, die Kinder waren noch so klein und auch meine Eltern brauchten Unterstützung.
Für mich war es eine Stütze, mich mit anderen austauschen zu können, sich mal alles von der Seele zu reden. Doch dieses Angebot war ja nicht alles, was uns die Multiple Sklerose Gesellschaft ermöglichte: Ausflüge, Freizeiten, Segeln, Therapiereiten, Familienurlaube, Seminare und vieles mehr. Das machte uns die MS-Gesellschaft zu einer zweiten Familie, einem Raum der Geborgenheit, in dem wir mit Menschen zusammen waren und immer noch sind, die es von Herzen gut mit uns meinten, die Anteil an unserer Familie nahmen und uns oft durch schwere Tage halfen.“

„Doch auch wir haben uns, wie viele andere, wie ein Familienmitglied in die DMSG-Familie ehrenamtlich eingebracht: Ich machte die Schulung zur Betroffenen-Beraterin, um andere MS-Betroffene zu beraten oder auch mal zu zuhören. Wir verkauften Sterne oder backten Kuchen oder betrieben einen Flohmarkstand zugunsten der DMSG. Schon die Kinder halfen das Therapie-Pferd zu bewegen und den Pferdestall auszumisten. Wir gründeten eine lokale Selbsthilfegruppe, führten unzählige Gespräche mit anderen MS-Betroffenen, organisierten Feste, usw. usw. Gern gibt man was zurück. Und doch, ohne Hilfe von mitfühlenden Menschen würde es nicht reichen, allen so viel zu geben, wie es die DMSG tun kann.“

„Die Kinder sind mittlerweile groß. Mein Mann und ich sind schon Großeltern geworden. Einmal sagte meine damals siebenjährige Enkelin zu mir: „Oma, Urlaub ist immer toll.“ Sie sagte diesen Satz wohl aus ihren kleinen Tagträumen heraus und dadurch weckte sie auch in mir viele schöne Erinnerungen. Die Urlaube, die wir mit unseren Kindern machen konnten, als sie so klein waren, wie unsere Enkel heute, verdanken wir nur der Hilfsbereitschaft anderer Menschen. Dafür sind wir allen Spenderinnen und Spendern der DMSG dankbar.“

„Heute führen wir ein geruhsames Leben und freuen uns immer noch zur DMSG-Selbsthilfegruppe zu gehören. Viele schöne Sachen hat uns die DMSG zuteilwerden lassen, aber was wir im November 2016 erlebten war ein Höhepunkt in unserem Leben!
Ich wurde mit dem Pflegepreis 2016 des DMSG-Bundesverbandes ausgezeichnet und bei der Verleihung durch Herrn Christian Wulf (Bundespräsident a.D.) in Berlin war meine Familie an meiner Seite. Dieser Abend war mit Sicherheit einer der schönsten in unserem Familienleben. Natürlich war die Dotierung, die mit der Auszeichnung einherging, eine große Freude für mich, aber die Anerkennung, die mir ganz persönlich zuteilwurde, erfüllt mein Herz und wird mir eine unvergessliche Erinnerung bleiben.“

„Daher möchte ich Sie bitten, durch ihre Unterstützung noch vielen MS-Erkrankten und ihren Angehörigen weiterzuhelfen, denn jede Hilfe führt dazu, dass sich MS-Betroffene freuen können und vor allem wissen, dass die DMSG für sie da ist und in fast allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Danke sagt
Ihre
Angelika Wewer mit Familie“

Fotos: © Familie Wewer, DMSG, Bundesverband e.V.

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